Methodik & Quellen
Wie der KI-Puls entsteht
KI-Puls verdichtet öffentlich verfügbares Wissen zu einem Lagebild. Damit klar ist, was belastbar ist und was Einschätzung bleibt, legen wir hier Datengrundlage, Berechnung und Grenzen offen.
01 Wozu KI-Puls?
Die KI-Entwicklung erzeugt mehr Schlagzeilen als Orientierung. KI-Puls bündelt vier Signale — Fähigkeiten, Rechenleistung, Regulierung und Zeitverlauf — an einem Ort, damit man Tempo und Richtung einordnen kann, statt einzelnen Ankündigungen hinterherzulaufen.
Der Monitor ist bewusst kuratiert, nicht automatisiert: Ein Mensch wählt aus, gewichtet und ordnet ein. Das ist Stärke und Grenze zugleich — siehe Abschnitt 7.
02 Datenquellen & Stand
Datenstand: Januar 2026. Die Angaben stützen sich auf öffentlich zugängliche Veröffentlichungen und etablierte Analysen:
- Meilensteine: Forschungspublikationen und Modell-Ankündigungen der Labore (2017–2026).
- Rechenleistung: öffentliche Schätzungen zum Trainings-Compute, u. a. Analysen von Epoch AI.
- Regulierung: Primärquellen wie der EU AI Act sowie offizielle Regierungs- und Behördendokumente.
- Fähigkeits-Bewertungen: qualitative Zusammenfassung öffentlicher Benchmarks und Praxisbeobachtung.
03 Der Puls-Index
Der Puls-Index verdichtet das aktuelle Fähigkeitsprofil zu einer einzigen Kopfzahl von 0–100. Er ist vollständig aus dem Fähigkeits-Radar abgeleitet — keine separate, verborgene Bewertung:
= Ø(9,5 · 9,5 · 9 · 9 · 8 · 9 · 8 · 9) × 10 = 89 / 100
Ein hoher Wert heißt: Die Systeme sind über viele Fähigkeiten hinweg weit gereift. Der Trend „steigend“ ergibt sich aus dem Vergleich mit den Vorjahres-Profilen (2020 → 2026). Der Index misst Reife, nicht Verbreitung — was Systeme können, nicht wie stark sie eingesetzt werden.
04 Fähigkeits-Radar
Acht Dimensionen (Text, Code, Bild, Audio, Video, Reasoning, Agenten, Kontext) auf einer Skala von 0–10. Die Werte sind eine qualitative Einschätzung des Reifegrads führender Systeme — keine gemittelten Benchmark-Prozente. Der Jahresvergleich (2020/22/24/26) zeigt, wie sich das Profil verschoben hat: früh textlastig, heute breit multimodal und zunehmend agentisch.
05 Skalierung (Compute)
Die Kurve zeigt das geschätzte Trainings-Compute führender Modelle in FLOP (Gleitkomma-Operationen), auf einer logarithmischen Achse — jede Stufe entspricht dem Zehnfachen. Als grobe Faustregel wächst der Spitzenwert etwa um den Faktor 10 alle 1–2 Jahre.
Wichtig: Es sind Schätzungen. Je neuer der Wert, desto unsicherer — führende Labore legen Trainingsdetails zunehmend seltener offen.
06 Ausblick 2030
Die drei Pfade sind Szenarien, keine Prognose. Sie illustrieren einen Korridor, wie tief KI in wissensintensive Arbeit eindringen könnte — abhängig von Skalierung, Energie, Kosten und Regulierungstempo. Der Startpunkt 2026 (~20 %) und die Endwerte sind bewusst als Größenordnung gewählt, nicht als Punktvorhersage.
07 Grenzen & Einordnung
Alle Bewertungen sind qualitative Einschätzungen, Compute-Angaben öffentliche Schätzungen. KI-Puls ist ein Orientierungswerkzeug, keine wissenschaftliche Studie und keine Anlage- oder Rechtsberatung.
Momentaufnahme zum Datenstand — das Feld verändert sich schnell. Wer den Takt versteht, kann einordnen; Entscheidungen brauchen zusätzlich die jeweils aktuelle Primärquelle.